Date: Thu, 12 Oct 2006 22:47:49 +0200
From: Council of DTI <council_of_dti [auf] gmx [dot] de>
To: Council of DTI <council_of_dti [auf] gmx [dot] de>
Subject: Bekennerschreiben und die dazugehörigen Forderungen
„Listen, you fuckers, you screwheads. Here is a man who would not take
it anymore. A man who stood up against the scum, the cunts, the dogs,
the filth, the shit. Here is someone who stood up.“Meine lieben Rattenfänger der ESG,
hiermit bekennt sich die militante Gruppe ‚Deprivation Through
Intelligence‘ zum Kidnapping eurer Schriftrollen-Installation aus dem HSZ.Ihr habt eure (Schrift-)Rolle in diesem Spiel verkannt - Religion hat in
den heiligen (!) Hallen der Wissenschaft nichts zu suchen. Ihr treibt
lange genug euer Unwesen, missionarische Nicht-Denker wie ihr es seid
streben nach einer Durchsetzung aller Gesellschaftsebenen, danach, die
größten Errungenschaften der Menschheit, wie die Fähigkeit zum
rationalen Denken, in der breiten Bevölkerung zu untergraben. Es wurde
Zeit, euch einen Schuss vor den Bug zu verpassen. Ihr habt genug in
Gebieten gewildert, die euch nichts angehen. Ihr wart dumm genug, andere
mit eurem Stumpfsinn zu nerven. Es stand euch frei, euren Glauben dort
zu leben, wo er hingehört: hinter den verschlossenen Türen eurer Villa.
Statt dessen versucht ihr mit krankem Wahn eine Unterwanderung von
Wissenschaft, Studierenden, … „Man kann die Bibel wörtlich oder ernst
nehmen.“ Überlegt euch mal, auf welcher Seite ihr steht und ob ihr an
einer rational-logisch orientierten Universität wirklich richtig seid.Der Weg aus der Krise:
Im Sinne der Geisel seid ihr hiermit aufgerufen - auch wenn es eurer
Religion widerspricht - eure Vernunft wenigstens ein einziges Mal zu
gebrauchen und das Leben von Mr. Schriftrolle zu retten. Im Anhang
findet ihr ein pdf-Dokument mit den Bedingungen für die Freilassung der
Geisel. Unterschreiben, zurücksenden und Mr. Schriftrolle wird nichts
passieren.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| Erpresser-Foto | 286.21 KB |
| Forderungen der Erpresser | 13.01 KB |
| Erpressermail.txt | 408.43 KB |
Kommentare
Kommentar zur Schriftrolle vom 24. 10.
Offener Brief an die Entführer
Meine lieben gottlosen Freunde,
verzichten wir auf die wissenschaftstheoretischen Überlegungen Karl Poppers, wonach wir Theorien nur falsifizieren – nicht verifizieren – können: Es ist hinreichend wahrscheinlich und die zur Zeit beste Theorie, daß Affen und Menschen gemeinsame Vorfahren haben. Dies ist aber kein Grund, sich zum Affen zu machen. Die Evolution erlaubt uns eine Weiterentwicklung.
Platon (den ich in aller Bescheidenheit zu uns Doofies rechne) beschreibt im Symposion den Eros als Liebe und Streben zum Schönen (= Guten; Wahren). Für Sokrates ist er, der Eros, aber nicht schön, gut und wahr. Denn was man ist oder was man hat, danach strebt man nicht. Vielmehr strebt man nach dem, was einem oder einer fehlt. Das als richtig vorausgesetzt, bekommt Euer Einsatz für die Vernunft eine ganz andere Dimension. Man kann Euch auf einmal gar nicht mehr böse sein.
Nehmen wir aber beides zusammen – die Möglichkeit Eurer Weiterentwicklung und die Hoffnung, daß Euch Euer Einsatz für die Vernunft zur Vernunft bringt – dann könnte es richtig interessant werden, mit Euch gemeinsam Religionskritik zu betreiben (Christen und Atheisten – mal sehen, wer besser ist). Denn manches beklagt Ihr zu Recht; wenn auch bei den falschen Leuten.
Freundliche Grüße
Frank Martin, Theologe
Kommentar zum offenen Brief eines dummen Theologen
Wenn wir uns tatsächlich über Theorien unterhalten wollen, dann kann man auch die ausgesprochen scharfsinnigen Überlegungen von K. R. Popper heranziehen. Was die Evolution betrifft, befinden wir uns jedoch nicht mehr auf der Ebene einer Theorie sondern es handelt sich hierbei um ein weithin gesichertes Faktum. Angesichts der erdrückenden Beweislast ist es wohl nur eurer/deiner religiöser/n Borniertheit oder Kurzsichtigkeit anzulasten, wenn man bezüglich der Evolution weiterhin von einer Theorie spricht und impliziert, es gäbe dazu noch ein paar gleichwertige andere Erklärungsansätze. Wenn du das Denken Poppers wirklich so gut kennst, wie du hier vorgibst, dann weißt du auch, dass er entschieden dafür plädiert hat, sich einer Theorie als Werkzeug der Erkenntnis anzuschließen, solange sie nicht falsifiziert ist. Falsifiziert wurde die Evolution bisher nicht, es wurden lediglich Erklärungslücken offenbar, die sicherlich im Laufe der Zeit gefüllt werden. Bisher sind die empirischen Befunde für die Evolution allerdings so konsistent, dass es einfach nur belämmert ist, diesbezüglich nur von einer bloßen Theorie zu sprechen. Aber vermutlich ist Frank Martin zu dumm, um das zur Kenntnis zu nehmen. Und selbst, wenn man so kurzsichtig denkt, wie Frankyboy es tut, könnte man auf eine Weiterentwicklung des Popperschen Gedankengebäudes durch Thomas S. Kuhn verweisen. Ein knappe und richtige Zusammenfassung dessen wird sogar auf wikipedia gegeben: „Im ausdrücklich formulierten Gegensatz zu dem falsifikatorischen Ansatz Karl Poppers behauptet Kuhn, dass Paradigmen nicht nur deshalb aufgegeben werden, weil sie falsifiziert wurden. Ein Paradigma wird erst dann aufgegeben, wenn es durch ein anderes ersetzt werden kann.“ So, mein dummer Theologe: Kannst du eine „Theorie“ vorweisen, die auch nur annähernd so eine fundamentale Erklärungkraft besitzt, wie es die Evolution vermag? Alright then, you got served, asshole. Vielleicht hättest du dich weniger mit deiner Religion und mehr mit Wissenschaftstheorie beschäftigen sollen. Dass so ein Löffel dann auch gleich noch über Begriffe wie ‚Vernunft‘ schwadroniert, ist ungemein lustig. Das ist im Übrigen auch überhaupt nicht der zentrale Grund für die Entführung von Onkel Papyrus. Diese Forderung haben wir nur in den Katalog aufgenommen, um den Kreationisten unter euch ein Zugeständnis abzuringen, was denen ansonsten ausgesprochen schwer fällt. Für die rechtsunverständige Made Michael Leonhardi grenzt es ja sogar an Erpressung, wenn er sich zur Evolution bekennen soll.
Der zentrale Grund für die Entführung der Schriftrolle, einer Installation, die offensichtlich im Werken-Unterricht einer siebten Klasse gebastelt wurde: Die moderne Welt, in der wir leben, birgt unglaubliche Schwierigkeiten und Herausforderungen für den Menschen. Diesen Anforderungen ist man dauerhaft nur gewachsen, wenn man einen rational-logischen Modus des Umgangs mit diesen Widrigkeiten findet. Religion ist hierbei absolut KEINE (!) Hilfe sondern verhindert einen vernünftigen Umgang mit diesen Härten nur. Die Möglichkeiten, mit diesen Schwierigkeiten umzugehen, werden somit nämlich unter einem dumpfen Glauben ersäuft. Es ist, als würde man bei Depressionen nicht nach den Ursachen suchen, sondern einfach nur eine Überdosis Stimmungsaufheller wie Prozac schlucken. Das Schlimmste: Religion ähnelt eher einem Placebo als Prozac. Es hat nämlich an sich überhaupt keine medizinische Wirkung. Sollte irgendeinem Christen das irgendwann einmal auffallen, verliert das Medikament seine rein psychologische Wirkung. Der Patient fällt dann in ein noch tieferes Loch - die Pillen wirken nicht mehr und er hat den rational-vernünftigen Umgang mit den Härten der Welt verlernt. Daher wenden wir uns ausdrücklich gegen euer Streben, noch mehr Unbescholtene in den Bann eures Wahn-, Stumpf- und Irrsinns zu ziehen. Denn - machen wir uns nichts vor - ihr wollt nicht nur diskutieren sondern auch missionieren. Wozu sonst dient denn beispielsweise die Einladung unter dem Artikel in der ad rem, einmal in den Räumen auf der Liebigstraße vorbeizuschauen? Warum schreibt der Nutzer Chrizzly im Forum zu exmatrikulationsamt.de, irgendwelche Spinner der ESG hätten bei ihm einen Hausbesuch gemacht? Oder was soll dieser Satz im DNN-Interview: „“Das Projekt ist auch als Einladung gedacht, mal bei uns in der ESG vorbeizuschauen“, sagt Franziska Weber.“ Und ihr dummdreisten Lügner betont doch immer wieder, ihr wölltet nur diskutieren und wäret das bemitleidenswerte Opfer einer ganz besonders fiesen Aktion geworden.
An dieser Stelle seien mir noch zwei kurze Kommentare erlaubt. Ein Nutzer namens ‚Keinstein‘ schreibt im Forum zu exmatrikulationsamt.de: „Religion sieht Dinge, die der Wissenschaft unzugänglich bleiben.“ Soviel personifizierte Dummheit liest man selten. Religion sieht überhaupt nichts, sondern glaubt nur zu sehen. Auf diese Weise sind Religiöse und Nicht-Gläubigen durchaus ganz und gar gegensätzlich: Während die einen blind einer Einbildung hinterherlaufen, vertrauen die anderen auf Hirn und Verstand. Aber dass ihr Religiösen damit nicht reich beschenkt wurdet, wussten wir schon vorher. Zumindest kann Religion für die Wissenschaft keinen Mehrwert leisten, da sie schlichtweg unvereinbar mit wissenschaftlichen Qualitätskriterien wie Reliabilität, Validität und Objektivität ist.
Zweitens: Ihr schreibt in eurer Pressemitteilung: „Es ergab sich ein breites Meinungsspektrum: Zustimmung war darunter und schroffe Ablehnung, bis hin zu der Angst, dass sich Religion in alle Bereiche einmische.“ Das ist eine grobe Verdrehung der Tatsachen. Wir schauen unregelmäßig und leider ziemlich selten an eurer albernen Schriftrolle vorbei. Die breite Ablehnung eurer Aktion unter der Studentenschaft bestärkt uns. Die Kommentare, die ihr auf der Schriftrolle aber zum Beispiel auch im Exmatrikulationsamt-Forum kassiert, sind tatsächlich ausgesprochen schroff und abweisend. Und wenn doch einmal ein wohlwollender Kommentar zu lesen war, stammt er meist aus euren eigenen Reihen. Belustigend ist es dennoch, wenn ihr etwas schreibt. So will ich allen Lesern nicht den Kommentar einer Studentin vorenthalten, die offensichtlich aus der Grundschule direkt an die Uni wechselte. Keine Ahnung von Orthografie und Grammatik - überzeugt euch am besten selbst von der Blödheit: „Wenn du denkst das [sic!] Gott tot ist, dann stürze dich doch von einer Brücke, wenn du verzweifelt bist und nicht mehr weiter weißt. Machst du nicht? Dann hast du ja doch Hoffnung, das [sic!] sich die Dinge bessern! Und genau das ist auch Glaube und Religiösität!“ Den sagenhaft bescheuerten Inhalt dieser Äußerung wollen wir an dieser Stelle unkommentiert lassen.
Eines will ich abschließend noch einmal betonen: Wir richten uns nicht generell gegen die Religion. Jeder hat das Recht, an jeden Gott zu glauben, der ihm vorschwebt. Ich zitiere dazu aus dem Schreiben vom 12.10.2006: „Es stand euch frei, euren Glauben dort zu leben, wo er hingehört: hinter den verschlossenen Türen eurer Villa.“ Statt dessen meintet ihr, euren Glauben möglichst in der Öffentlichkeit breittreten zu müssen, an Haustüren einfacher Bürger zu klingeln oder Plakate mit Heißluftballons aufzuhängen, die zum Besuch einer Gemeinde von blöden Menschen einladen. Glaubt, glaubt soviel ihr wollt, aber lasst alle anderen damit in Ruhe. Hört auf, andere missionieren zu wollen.
Kurzum: Räumt eure unansehnliche Schriftrolle aus dem HSZ und unterlasst sämtliche Anwerbe- oder Missionierungsversuche. Wir haben noch lange nicht genug.
Yours faithfully,
Deprivation Through Intelligence
Kommentar zu CoDTI
Machen wir ein Experiment: Nehmen wir mal alles (Anti-)Christliche aus unsere Kultur raus. Dann bleibt fast nichts mehr übrig.
Wenn Ihr Euch wirklich mal mit dem aktuellen Christentum beschäftigen würdet, würdet ihr merken, dass es Menschen gibt, die dumme Plakate kleben und andere, mit denen man reden kann. Das ist die Christliche Seite.
Auf der anderen Seite gibt es beides. Ihr könnt frei wählen , auf welche Stufe Ihr Euch stellen wollt.
Zum Exma-Forum: Ihr beweist immer wieder, wie wenig Ahnung Ihr vom aktuellen Christentum habt und haben wollt. Warum soll man da Energie verschwenden, Euch davon überzeugen zu wollen? Das ist es doch, was Ihr wollt. Dann könnt Ihr wieder mit dem Finger auf uns zeigen und sagen: „Das ist es doch, die wollen uns nur missionieren.“ Es ist doch egal, was wir machen. Ihr haltet uns immer für die Bösen.
Keinstein
P.S.: Falls es Euch beruhigt, ich distanziere mich ausdrücklich von Menschen, die Lies-die-Bibel-Plakate kleben, behaupten, sei hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, und andere missionieren wollen.
Kommentar zur Schriftrolle vom 7. 11.
Kommentar zum Kommentar meines offenen Briefes
Vorgestern erfuhr ich, daß ich einer Antwort gewürdigt wurde. Nun denn:
1. Vielen Dank für Eure Bestätigung meiner Ausführungen. Ein “weithin gesichertes Faktum” ist eine Theorie. Ein Paradigma ist dadurch ausgezeichnet, daß es durch ein anderes ersetzt werden kann (Kuhn ist drastischer.). Übrigens war der Hinweis auf wikipedia wirklich hübsch. Wirkte, als sei dies eine Erstbegegnung für Euch gewesen. Man kann so etwas auch in Büchern lesen.
2. Hermeneutik ist nicht Eure Stärke. Darum noch einmal, damit auch Ihr es versteht: Ich kenne und suche keine Theorie neben der Evolutionstheorie; ich halte dieselbe für richtig. Ja, so bitter das sein mag: Wir haben gemeinsame Vorfahren – die Urzelle in der Ursuppe. Aber was haben wir mit dieser Überzeugung gewonnen? – oder verloren? Was ändert sich dadurch? Habt Ihr damit Gott die Luft abgedrückt? Oder die Religion als obsolet erwiesen? Das haben schon größere Geister versucht.
3. Wer andere Menschen als Made bezeichnet, macht eine faschistische Gesinnung deutlich, die durch nichts zu rechtfertigen ist – es sei denn, aus dieser Gesinnung heraus. Pfui, das ist widerlich. Mit Vernunft, Humanität und Rationalität hat das nichts zu tun – so denken und reden Fundamentalisten (Unter uns: Dafür solltet Ihr Euch entschuldigen!).
4. Eure Haltung und Eurer unwissenschaftliches Wissenschaftsverständnis, gepaart mit Eurer Intoleranz und der Angst vor der Übermächtigkeit der Religion – warum habt Ihr denn so wenig Vertrauen in die Vernunft Anderer – sind deutliche Hinweise darauf, daß Ihr eben dies seid: Fundamentalisten. Mit Menschen dieser Geisteshaltung läßt sich natürlich nicht reden, da sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen (Da Ihr Popper schon lobt und ihn scharfsinnig findet, sollten Ihr auch zur Kenntnis nehmen, was er dazu zu sagen weiß! Steht bestimmt auch bei wikipedia.). Da ist es egal, ob es religiöse oder pseudowissenschaftliche Fundis sind.
5. Wer sich auf Kosten der Schwächen Anderer profilieren muß, ist schon arm dran. Aber daran kann mit therapeutischer Begleitung gearbeitet werden (Neben stilistischen Schwächen und unsäglichen Satzkonstruktionen ist in Eurem Text ein Kommafehler – findet Ihr sicher selber. [Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht den ersten Stein werfen. Na, wo kommt das her?] Sogar in diesem Text können Fehler sein.).
6. Ihr armen Schweine! Was lest Ihr eigentlich? Bei Eurem kruden Weltverständnis muß Euch doch die gesamte Weltliteratur grausen. Ein bißchen erinnert Ihr mich an die Haifischmade Phistomefel Smeik. (Lit.: Walter Moers; einfach ein bißchen suchen, bei ihm lohnt sich vieles.)
7. Die Sache mit den Antidepressiva ist süß. Und Euer Vertrauen auf das, was Ihr Vernunft nennt, fast schon rührend. Da Ihr Eure Namen auf Grund zu befürchtender rechtlicher Konsequenzen verschweigen müßt, würde mich interessieren, wie alt Ihr seid? Übrigens freue ich mich, daß Ihr den Exkurs zu Platon anscheinend verstanden habt.
8. Daran anschließend: Ich komme ohne direkte Beleidigungen und Fäkalwörter aus. Das finde ich geistreicher – eine Stilfrage eben. Es würde den Diskurs für alle erfreulicher machen, wenn Ihr Euch wenigstens in dieser Hinsicht belehren ließet.
Damit will ich es bewenden lassen. Nun habe ich einmal reagiert, um nicht den Schein aufkommen zu lassen, Ihr hättet mir den Stift aus der Hand (sinnbildlich gemeint!!!) genommen. Sollten Eure Texte nicht intellektuell anspruchsvoller, im Stil besser und im Ton respektvoller werden, verabschiede ich mich hiermit von Euch.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Martin, Theologe
through intelligence
Eigentlich war ich ja stolz auf die Jungs, aber das through ist peinlich. Es steht für durch im Sinne von hindurch.
Mit dem Englisch der Entführer kann es also nicht zum besten bestellt sein, mal davon abgesehen, dass es mehrere Wege gäbe, ihrer habhaft zu werden. Aber jeder fängt mal an.
Auch mir geht die Kirche manchmal auf den Sack, besonders seit dem ich der Zweitfrau von meinem Opa zufällig einen Kalender mit christlichen Motiven geschenkt habe und sie sich seit Jahren jedes Jahr wenn sie mich sieht dafür bedankt. Die ist also katholisch, was manchmal klingt wie gehandicapt.
Manchmal denke ich, es gibt nix Naiveres als so ein Buch wie die Bibel zu haben und das so wahnhaft ernst zu nehmen, obwohl da sicherlich sehr viel Wahres und für Manchen Wichtiges drin steckt.
Aber für mich ist das nur ein Buch mit ein paar länger gültigen Ideen.
An der dritten Welt mit dem Islam sieht man derzeit, wie man die schlauen Sprüche fehlinterpretieren kann, obwohl das mit dem nur einem Allah ursprünglich ganz anders gemeint war.
Die christliche Kirche hat sich über die Jahrhunderte in Sachen Fortschritt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, im Gegenteil. Man darf aber deswegen nicht alle Christen in einen Sack stecken, eigentlich ist Christentum besser als Counterstrike.
Wer glaubt, dass er für dieses oder jenes in den Himmel oder die Hölle kommt, der ist für mich nicht ganz dicht, aber das ist immernoch besser als wenn er richtig gottlos wäre und außerdem glauben das wohl die Allerwenigsten so konkret und stellen sich da Wolken oder eine heiße Küche vor. Mich stört auch nicht die Sonderstellung von Religion (Gesellschaftspolitisches Trademark) im Vergleich zu anderen Philosophien und als nützlich anerkannten Helferlein im Leben.
Da es was mit teilweise genau oder direkt genommen wirrem Glauben zu tun hat, aber auch nicht direkt schadet, muss man es eben schützen, bevor sich die Leute die Köpfe einhauen, und es kann sogar viel Gutes bewirken. So ein Papst hat es auch nicht leicht, der ist ja nicht nur Papst für Deutschland und nicht nur für Leute denen es gut geht.
Dennoch könnte er mal von der Tradition abkommen, dass die Kirche (zumindest scheinbar) dem Stand des gesichten Wissens immer weit hinterher ist und dadurch in einer defensiven Rolle in aufgelärten Gesellschaften, obwohl sie viele schlaue Köpfe hat, die es eigentlich besser wissen. So eine Art Futurismus wäre ganz okay, natürlich würde sich die Kirche dabei in Widersprüche verwickeln, aber das würde man gern übersehen. Irgendeinen Glauben brauchen wir doch alle und sicher ist da irgendeine höhere Macht, wenn es mir auch egal ist, wie die so drauf ist, sie wird schon wohlwollend sein. Ich glaube das auch ohne, dass ich jeden Sonntag absolut zwanghaft in die Kirche renne wie meine Stief-Oma. Zwischen der Macht und uns stehen erstmal die Außerirdischen und Seelenwanderung, das reicht mir erstmal. Mehr interessiert mich da auch nicht so.
Steffen,
so eine Mischung aus Atheist und Buddhist. Wenn ich mich gut verhalte, werde ich im nächsten Leben im neuen Körper mit neuem Gehirn viele hübsche Frauen haben.
Anmerkung zum Kommentar von Steffen am 14.11.2006
Na, da hat sich ja jemand mit Ruhm bekleckert. Anderen mangelnde Englisch-Kenntnisse vorzuwerfen und dann selber so einen Quatsch zu verzapfen, ist doch wirklich absonderlich.
Hast du vielleicht schon einmal etwas von dem Prinzip „security through obscurity“ gehört?
Ok, um dir noch etwas weiter auf die Sprünge zu helfen, habe ich ein paar simple Wortgruppen von den Homepages englischsprachiger Zeitungen gesammelt:
The Guardian - „Bush is offered by the constitution what was given to Johnson only through humiliation.“
The Guardian - „reach a national consensus through dialogue and compromise“
NY Times - „emissions reductions through increased energy conservation and use of nonfossil fuels“
Reicht das vielleicht? Bist du immer noch der Meinung, das englische Wort „through“ werde nur im räumlichen Sinne von „hindurch“ verwendet? Oder ist es vielleicht doch ziemlich üblich, through mit der Bedeutung „mit Mitteln der/durch/vermittels“ zu nutzen?!
Es ist kein Problem, dass dir dafür das Sprachgefühl und -verständnis fehlt. Man sollte jedoch vermeiden, andere in Dingen zu berichtigen, von denen man offensichtlich selber keine Ahnung hat. So, und wer oder was ist jetzt „peinlich“? Steffen, wer im Glashaus sitzt … - du weißt schon.
Im Übrigen: Wenn es tatsächlich so viele Wege gibt, „der Entführer habhaft zu werden“, warum beschreitest du dann nicht den einfachsten und ermittelst uns mal eben den oder die Klarnamen der gemeinen Diebe? Ich könnte ihn/sie dann beglückwünschen und die ESG‘ler könnten ihn/sie teeren und federn. Alle wüssten gern, wer dahinter steckt. Wenn das für dich tatsächlich so leicht ist, dann erzähl es uns doch. Oder war das etwa auch ein unbedachter Schnellschuss von dir?
Ansonsten stimme ich einem Gutteil deiner Aussagen aber zu. Obwohl sie etwas flapsig formuliert sind, haben sie doch einen wahren Kern.